Wenn Träume wirklich wahr werden: Eine Reihe glücklicher Ereignisse

Seit ich 12 Jahre alt war, ist es mein Traum, eines Tages Lektorin zu werden. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich darauf kam, aber seitdem ist es ein stetiger Wunsch, der mit jedem Lebensjahr, das vergeht, in mir weiter wächst. Ich kenne die Perspektive der  Autoren und weiß, wie hart die Verlagsbranche eigentlich ist. Zudem gibt es so viele Dinge an der Buchbranche, die mich stören, dass ich einfach schon immer selber mitmischen wollte. Ich wollte etwas verändern und dachte, dass dafür der Beruf der Lektorin am besten geeignet wäre. Deswegen habe ich all meine beruflichen Entscheidungen immer mit  diesem Ziel vor Augen gefällt. Dazu gehören der Versuch, eine Ausbildung als Medienkauffrau zu finden, mein Germanistik- und schließlich auch mein Journalismus-Studium. Es gibt leider nicht den einen Weg, der einen zum Beruf des Lektors führt – sehr zu meinem Leidwesen. Es ist nun mal eine Quereinsteigerbranche, weswegen ich schon immer Angst davor hatte, mir diesen einen Traum nicht erfüllen zu können. Die Berufschancen stehen da nämlich selbst für  Master-Studenten nicht gerade rosig, wenn wir mal ehrlich sind. Aus diesem Grund bin ich um so glücklicher, dass ich ab nächsten Monat tatsächlich als Lektorin arbeiten werde; wenn auch nur zunächst neben meinem Studium. Die Geschichte, die dahintersteckt, ist tatsächlich ziemlich witzig, weswegen ich sie heute mit euch teilen möchte. Was ich euch damit sagen will? Nun, dass Träume in Erfüllung gehen, wenn ihr nicht aufgebt.

Wie ihr wisst, habe ich im Oktober letzten Jahres mit meinem Master in Journalismus angefangen. Da ich leider seitdem an einer privaten Hochschule studiere und von Bafög allein mir das alles nicht finanzieren kann, musste ich mir einen Job suchen. Natürlich hätte ich am liebsten direkt bei einem Verlag als Aushilfe angefangen, habe in dem Bereich aber leider nichts gefunden; also habe ich mich weiter als Texterin umgesucht und habe tätsächlich einen guten Werkstudentenjob bei einer kleinen, süßen Internetagentur angefangen, wo ich noch bis zum 14. März arbeiten werde. Ich hatte damals wirklich Glück, vor allem mit meinen tollen Kollegen! Mir gefällt die Firma auch nach wie vor wirklich gut, nur habe ich schnell für mich gemerkt, dass ich nicht mein Leben lang Seo-Texte für Webseiten schreiben möchte. Es ist leider  ein sehr stumpfer Job, bei dem die Kreativität sehr eingeschränkt ist, weswegen ich es mir für die Zukunft einfach nicht vorstellen kann. Als Studentenjob ist es jedoch ideal, sodass ich mich wirklich nicht beschweren kann.

Ihr müsst wissen: Ich bin ein ziemlich neurotischer Mensch, der immer alles planen muss und starke Zukunftsängste hat. Im November hatte ich schließlich wieder eine Phase, wo diese Ängste sehr präsent waren. Was wird nach meinem Studium passieren? Werde ich einen Platz für ein Volontariat bei einem Verlag als Lektorin bekommen? Und was ist, wenn nicht? Diese Fragen haben mich geplagt, sodass ich mich aus Neugierde schon mal nach Stellen umgesehen habe, auch wenn ich natürlich noch bis Mitte/Ende 2020 studieren werde. Und natürlich standen in allen Stellenbeschreibungen Dinge wie “mindestens Master-Abschluss” und “Verlagserfahrung”. Okay, die theoretische Qualifikation kann ich schon mal vorweisen – dachte ich mir. Aber praktische Verlagserfahrung? Auf keinen Fall. Ich war ja schon froh, dass ich überhaupt den Job als Texterin bekommen hatte. Nun stellte ich mir die Frage, wie ich vor Studienende noch an ein Verlagspraktikum kommen sollte, um zumindestens irgendetwas im Lebenslauf vorweisen zu können. Und hier wird es interessant:

2018 habe ich ja kurz vor der Frankfurter Buchmesse die Zusage für mein Manuskript “What If” vom Talawah Verlag bekommen. Auf der FBM habe ich dann letztendlich auch den Verleger getroffen und mich sofort in den Verlag verliebt {hier mein Messebericht} – und irgendwann im November habe ich dann meinen Autorenvertrag unterschrieben. Tatsächlich habe ich mich auch privat mit dem Inhaber des Verlages sehr gut verstanden, sodass er mir bei der Suche nach einem Praktikum tatsächlich als erstes in den  Sinn kam. Ich habe ihn also gefragt, ob er für so etwas offen wäre, und er war gleich dabei. Zeitgleich wollte ich ihn für ein Portrait für die Uni interviewn, weswegen wir uns ein paar Wochen später in Skpye zum Gespräch trafen {hier geht es zum Portrait}. Nach dem eigentlichen Interview haben wir uns noch ein bisschen unterhalten – unter anderem auch über das Praktikum. So kamen wir letztendlich auch darauf zu sprechen, dass er gerne im Frühjahr 2019 eine Aushilfe einstellen würde, die ihm im Verlag unter die Arme greift. Und ich witterte meine Chance.

Eigentlich ist es total banal: Er hat jemanden gesucht und ich hatte Bock – mehr war da nicht. Es war reiner Zufall, pures Glück, aber manchmal fügen sich solche Dinge im Leben einfach. Das ganze ist jetzt schon ein paar Monate her.  Ich hatte es schon halb verdrängt, da ich mich auf die Uni konzentrieren musste, aber als  ich dann letzte Woche in Berlin zur Einarbeitung war, fing auf einmal  alles an real zu werden. Mir hat die Arbeit wirklich Spaß gemacht, sogar so sehr, dass es sich gar nicht wirklich wie Arbeit anfühlt. Klingt das strange? Ja, vielleicht ein bisschen. Es ist einfach das, was ich schon immer machen wollte, weswegen ich mich wohl gerade wie der glücklichste Mensch auf der Welt fühle. Ab dem 15. März werde ich beim Talawah Verlag als Lektorin arbeiten und ich bin wirklich dankbar für diese Chance. Es war eben eine Reihe glücklicher Züfälle.

 

 



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